Power-to-Heat – Wenn Strom zu Wärme wird

Die Power-to-Heat-Technologie ermöglicht es Stromüberschüsse aus regenerativer Energieerzeugung zur Wärmeerzeugung zu nutzen. Die Technologie kommt auch in Privathaushalten nun vermehrt zum Einsatz, in dem moderne Hybridheizungen z. B. um elektrische Heizelemente oder eine Wärmepumpe ergänzt werden und so auch der (Eigen-)Strom aus regenerativen Energien zur Wärmeerzeugung genutzt werden kann. energielösung hat dieses Konzept der Energiewende mal unter die Lupe genommen und zentrale Informationen zusammengetragen.

Power-to-Heat kann überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien sinnvoll nutzen
Power-to-Heat kann überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien sinnvoll nutzen © faber 14 / Fotolia.com

Was ist Power-to-Heat?

Die Grundidee lässt sich eigentlich einfach zusammenfassen: Mit der Power-to-Heat-Technologie wird überschüssiger grüner Strom für die Gewinnung von Wärme genutzt. P2H (so lautet die Abkürzung) soll es ermöglichen Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien zur Wärmegewinnung zu nutzen. So können theoretisch Synergien zwischen Strom- und Wärmeerzeugung entstehen, die auch die Energiewende weiter vorantreiben.  

Der Hintergrund:
Aufgrund des massiven Ausbaus von Windkraft- und Photovoltaikanlagen entstehen regionale Überschüsse im Stromangebot, und in der Folge die Frage: Bevor man eine Überlastung des Stromnetzes riskiert und abgeregelten Strom über die EEG-Umlage bezahlt - was macht man Sinnvolles damit?

Mit Power-to-Heat sollen viele Verbraucher profitieren, indem der überschüssige Strom, der nicht ins Netz eingespeist werden kann, alternativ zur Wärmegewinnung verwertet wird. Der überschüssige Strom kann dann mittels Power-to-Heat zur Warmwasseraufbereitung oder den Heizungsanlagenbetrieb genutzt werden, anstatt in z.?B. ihn in elektrische Energiespeicher eingelagert zu werden.
Dies könnte laut einiger Expertenmeinungen auch den Einsatz von fossilen Energieträgern bei der Wärmegewinnung minimieren.

Aber diese Kopplung von Strom- und Wärmesektor für die Wärmebereitstellung wird aus diesem Grund auch immer noch zwiespältig betrachtet und heiß diskutiert, da bislang außer bei Elektroheizungen (zumindest im Privathaushaltsbereich) immer noch „Backup-Brennstoffe“ wie, Gas und Öl notwendig sind.

Die Vor- und Nachteile von Power-to-Heat

Wir haben die Vor- und Nachteile von Power-to-Heat (für Privathaushalte) mal gegenübergestellt:

  • Überschüssiger Strom aus erneuerbare Energie wird also durch Power-to-Heat "effektiver" genutzt und dank der Umwandlung in Wärme, lässt sich dadurch auch die CO2-Belastung durch den Wärmesektor prinzipiell herabsenken.
  • Aber der Nachteil an diesem System: Wenn länger kein Überschuss entsteht, dann wird in der Folge auch keine Wärme erzeugt. Deshalb müssen Power-to-Heat-Anlagen häufig weiterhin als Hybridsysteme arbeiten, die auch mit herkömmlichen Energieträgern Wärme erzeugen können, wie z. B. Öl- und Gasheizungen. Dies ist für diejenigen, die sich komplett von fossilen Brennstoffen lösen wollen, natürlich keine ideale Voraussetzung. Auf der anderen Seite kann man dies auch als Fortschritt sehen, um alte Systeme weiterzuentwickeln. 
  • (Öl-/Gas)Hybridheizungen können / müssen also um elektrische Heizelemente wie einen Heizstab oder eine Wärmepumpe ergänzt werden, damit das System funktionieren kann. Das ist natürlich mit Kosten verbunden.
  • Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) hat jedoch in Studien zu Power-to-Heat einen weiteren sehr zentralen Vorteil festgestellt: Besitzer einer Öl- oder Gasheizung können die bei einer Modernisierung notwendigen Mehrkosten günstigenfalls bereits nach neuneinhalb Jahren wieder einspielen - je nach Preisentwicklungen auf dem Regelenergiemarkt. In der Folge bedeutet das, dass die Amortisationszeit relativ gering einzuschätzen ist.
  • Und: Power-to-Heat ermöglicht eine zusätzliche Wertschöpfung durch Einnahmen aus dem Regelenergiemarkt, so ein weiteres Ergebnis des HWWIs. Abnehmer des überschüssigen Stroms, werden Übertragungsnetzbetreibern dafür bezahlt. Wer also einen Pufferspeicher sowie einen Elektroheizer installiert hat, könnte so zusätzliche Einnahmen verbuchen.

 
So richtig etabliert hat sich das Konzept von Power-to-Heat in Deutschland - trotz intensiver Forschung und Bemühungen - noch nicht. Besonders Privatpersonen zögern bei der Entscheidung, ob sie ihr Heizsystem Auf- bzw. Nachrüsten sollen. Dies ist nur zu verständlich, da es ein sehr komplexes Thema ist und man dies ohne intensive Energieberatung nicht einfach umsetzen sollte. Dennoch steckt viel Potenzial darin, wenn man sich den Erfolg des Systems in den skandinavischen Ländern zu Gemüte führt.  

Fazit: Innovative Energietechnik muss hinterfragt und passend angewendet werden

Bei der Suche nach sinnvollen Energiekonzepten, sowie Heiz- und Wärmelösungen tauchen immer viele Fragen auf. Wer auf Nachhaltigkeit setzen möchte, sollte mittlerweile aus unserer Perspektive auch die Möglichkeiten, die  erneuerbare Energiequellen bieten ausschöpfen.

Dazu mag Power-to-Heat sicherlich zählen und sollte die notwendige Aufmerksamkeit bekommen, die das innovative System verdient. Es hat aber einen hohen Klärungsbedarf und Anwendungswillige sind auf eine fachkundige Energieberatung angewiesen. Wir von energielösung stehen als qualifizierter Partner für eine individuelle Beratung und Interessierte können sich natürlich jederzeit auch zu diesem Thema an uns wenden.

 

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