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EMob-Wissen Teil 4 - die Ladezeit

Jahrelang galt die Ladezeit bei E-Autos als Grund, warum viele nicht auf die individuelle Elektromobilität setzten. Mittlerweile gibt es schon Akkus und Schnelllader, die ein Aufladen in rund 20 Minuten erlauben und dieses KO-Kriterium eliminieren. Wer sich im eigenen Heim eine eigene Wandladestation (Wallbox) installieren lässt genießt sogar den Vorteil der eigenen "Tankstelle". Welche Ladesysteme welche Ladezeiten bedingen und ob eventuell Wechsel-Akkus eine Alternative sein könnten klären wir an dieser Stelle.

Durchschnittliche Ladezeit bei E-Autos – abhängig von der Stromquelle

Ganz allgemein gesprochen gibt es fünf verschiedene Lademöglichkeiten. Diese sind die heimische Steckdose, die zuhause installierte Wandladestation, die herkömmliche öffentliche Ladestation, die nicht mit jedem Fahrzeug kompatible Schnellladestation und den Tesla Supercharger.

E-Autos an der Steckdose laden

Wer bis zu 10 Stunden Zeit hat, kann sein E-Auto beispielsweise über Nacht über eine der heimischen Steckdosen aufladen. Unter normalen Bedingungen benötigt eine handelsübliche 230-V-Steckdose maximal 10 Stunden an Ladezeit, um den Akku eines E-Autos komplett zu füllen. Aber Vorsicht! Eine Haushaltssteckdose ist nicht für die dauerhafte Abgabe einer solchen Leistung mit einem sogenannten Notladekabel vorgesehen. Es droht ein Kabelbrand. Besser geht es deshalb mit einer Wallbox, also einer Wandladestation.

E-Autos an der Wandladestation laden

Wer sein E-Auto regelmäßig zuhause auflädt, sollte sich aus Zeit- und auch aus Sicherheitsgründen überlegen, eine Wandladestation zu installieren. Viele verwenden den von BMW für sein Produkt eingeführten Begriff „Wallbox“ synonym für die heimische Ladestation. Ohne einen Markennamen zu verwenden, heißen diese Wandladestationen. Diese laden je nach verwendetem Akku und dessen Ladekapazität diesen in einem Zeitraum zwischen zwei bis sechs Stunden komplett auf. Vielfach wird eine Wandladestation in der Garage, im Carport oder an einer anderen, zumindest leicht vor Wettereinflüssen geschützten Stelle am Haus angebracht.

E-Autos an einer öffentlichen Ladesäule laden – AC/DC

Das Ladesäulen-Netzwerk in Deutschland beschränkt sich nicht nur auf normale Tankstellen. Dadurch, dass man nicht mal ansatzweise die gleichen Sicherheitsauflagen wie bei der Benzin- oder Diesellagerung erfüllen muss, können Ladesäulen praktisch überall aufgestellt werden. Daher gibt es viele städtische Ladestationen. Aber auch bei Supermärkten, vor Banken oder anderen öffentlichen Gebäuden findet man Ladesäulen für E-Autos.

Zu beachten dabei ist, dass diese entweder mit Gleichstrom (DC) oder mit Wechselstrom (AC) laufen. Fakt ist, Ladesäulen mit Wechselstrom füllen die Akkus langsamer als jene mit Gleichstrom. Bei Wechselstrom-Ladesäulen dauert eine „Tankfüllung“ zwischen zwei und vier Stunden. Gleichstrom-Ladesäulen werden oft auch Schnellladesäulen genannt. Der Grund, bis der Akku bei 80 oder gar 100 % seiner Kapazität geladen ist, dauert es in der Regel nur 30 Minuten. Wer es also eilig hat, sollte auf Gleichstrom-Ladesäulen setzen. Ein abwechseln langsames und schnelles Laden ist gut für den Akku. Wer immer auf Schellladestationen setzt, kann dadurch die Lebensdauer des Akkus verringern.

Exkurs: Voraussetzungen für das Benutzen einer Schnellladestation

Um bei Gleichstrom-Ladesäulen (Schnellladestationen) den Akku zu füllen, müssen sowohl das E-Fahrzeug sowie auch die Ladesäule dafür ausgerüstet sein. Der Combo-Stecker, der CSS-Stecker und der CHAdeMO-Stecker sind typische Vertreter der Gleichstromstecker an einem E-Auto. Nur wer diese in seinem Auto hat, kann die Schnellladestationen nutzen.

Sonderfall Tesla – Laden des Akkus binnen 20 Minuten

Die Tesla-E-Autos der Modelle S und X gelten als die hochklassigsten. Beide können über den Tesla Supercharger, einem besonderen Ladesystem, in einer Ladezeit von 60 Minuten komplett aufgefüllt werden.

Wechsel-Akkus auf Tankstellen?

Eine Möglichkeit, ein E-Automobil rasch zu „betanken“, ist das Auswechseln des leeren Akkus durch einen vollen. Durchschnittlich drei Minuten dauert es, den Akku eines E-Autos auszutauschen. Mobilitätsexperten sprechen sich dafür aus, da so der Siegeszug der umweltfreundlicheren E-Autos flächendeckend beginnen könnte. Es sollte, so die Experten, an jeder der 14.000 Tankstellen deutschlandweit ein Kontingent von 200 bis 300 Wechsel-Akkus bereitliegen. Diese könnten rasch getauscht und einfach wieder geladen werden.

Hindernis auf diesem Weg sind die Autobauer. Diese müssten sich auf einen Akku-Standard einigen. Davon ist man branchenintern aber noch weit entfernt.

Über den Autor
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Stefan Köstlinger

Stefan Köstlinger ist Kommunikationswissenschaftler, ehemaliger Journalist und selbstständiger Texter mit seiner K & K Schreibwerkstatt. E-Mobilität hat ihn schon immer fasziniert – angefangen vom ersten ferngesteuerten Auto bis heute und der Möglichkeit, verbrennungsmotorfrei zu leben.
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