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EMob-Wissen Teil 3 - die Reichweite

Viele E-Autos schaffen heute spielend die Reichweite ihrer Geschwister mit den Verbrennungsmotoren. Spitzenreiter in der Reichweite eines Elektroautos ist, wenig überraschend, Tesla. Das Tesla Model S schafft mit einem komplett geladenen Akku 600 Kilometer am Stück. Von den aktuell auf dem Markt befindlichen E-Autos hat der BMW i3 mit „nur“ 310 Kilometer die eingeschränkteste Reichweite. Fahrzeuge wie der Nissan Leaf, der Kia e-Niro und der Renault Zoe liegen im guten Mittelfeld. Aber wovon hängt die Reichweite eines Elektroautos ab?

Wovon ist die Reichweite von Elektroautos abhängig?

Die Reichweite von Elektroautos hängt ganz allgemein von einigen Faktoren ab. Am wichtigsten ist die Kapazität des Energiespeichers. Der Akku eines E-Autos ist das Herzstück des Fahrzeuges und der Grundfaktor für die Reichweite. Je mehr Energie der Akku speichert, desto größer ist die Reichweite. Man sollte mit dem Akku allerdings auch sorgsam umgehen. Es verbessert die Lebensdauer von Akkus, wenn man sie zwischen 20 und 80 Prozent hält.

Wenn der Akku im Winter in einer Garage und im Sommer im Schatten stehen darf, erhöht auch dies die Nutzungsdauer. Akkus, die zu oft bei Schnellladern aufgeladen werden, gehen schneller kaputt und verringern dabei langsam auch die Reichweite. Lieber einige Male langsam laden, dann hat man länger (auch in der Reichweite) etwas davon.

Neben der Kapazität des Akkus gibt es noch weitere Einflüsse, welche die sogenannte Praxis-Reichweite von E-Autos beeinflussen. Diese sind die Geschwindigkeit, die Bauweise des Fahrzeuges, das eigene Fahrverhalten, die Strecke an sich, der Stromverbrauch anderer Geräte im Auto und die Temperatur.

Reichweite eines E-Autos abhängig von der Geschwindigkeit

Je schneller man beschleunigt und je höher die Geschwindigkeit, desto mehr Energie wird in kürzerer Zeit aus dem Akku gezogen. Bei höheren Geschwindigkeiten nimmt auch der Luftwiderstand zu – dies sogar exponentiell. Das heißt, fährt man statt 50 nun 100 Km/h, vervierfacht sich der Luftwiderstand. Das heißt, je schneller man fährt, desto kürzer die Reichweite. Bei E-Autos mit einem guten Akku kann man davon ausgehen, dass bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 110 Km/h das Verhältnis Geschwindigkeit/Reichweite noch im vertretbaren Rahmen liegt.

Reichweite eines E-Autos abhängig von der Bauweise des Fahrzeuges

Die Bauweise eines Elektrofahrzeuges beeinflusst den Luftwiderstand. Dieser wiederum ist ein Faktor für den Leistungsaufwand des Akkus und nimmt darüber Einfluss auf die Reichweite. Je besser die Aerodynamik-Werte, desto höher ist auch die Reichweite. Zum Beispiel hat der Kia Soul dank seiner Kastenform schlechtere Werte in puncto Aerodynamik als der Hyundai IONIQ. Ein Tipp, wie man die Reichweite speziell beim Autobahnfahren mit Elektroautos erhöht – man nutzt den Windschatten größerer Fahrzeuge.

Reichweite eines E-Autos abhängig vom eigenen Fahrverhalten

Wer regelmäßig moderne Auto-Rennserien sieht, kennt den Rekuperations-Effekt, auch Energierückgewinnung genannt. Dabei wird ein gewisser Teil der Bremsenergie in den Akku überspielt. Dies trägt zur Erhöhung der Reichweite bei. Wichtig ist, sanft und nicht zu heftig zu bremsen. Eine harte Vollbremsung erzeugt auch Energie, allerdings fast nur in Form von Wärme.
Reichweite eines E-Autos abhängig von der Fahrstrecke

Höhere Geschwindigkeiten und weniger bremsen – das ist die Fahrweise auf Landstraßen oder Autobahnen. Wie beschrieben erhöht viel sanftes Bremsen und eine niedrige Geschwindigkeit aber die Ausbeute aus einem Akku und damit die Reichweite. Das Fahrverhalten in einer Stadt – langsames Fahren und viel Bremsen – birgt also viel Positives für die Reichweite eines E-Autos.

Reichweite eines E-Autos abhängig von anderen Stromverbrauchern

Alles, was in einem E-Auto Strom verbraucht wird aus dem Akku gespeist. Features wie Klimaanlagen, Lüftungsgebläse, Scheiben- oder Sitzheizungen verbrauchen viel Energie. Diese zusätzlichen Stromverbraucher verringern somit die Reichweite eines E-Autos. Lüftungsgebläse verbrauchen dabei bis zu 20 % des Gesamtenergievorrats. Ein Tipp: Wer sich eine Wärmepumpe in sein Elektroauto einbaut, spart beim winterlichen Heizen und beim sommerlichen Kühlen Energie, die sich in einer höheren Reichweite niederschlagen kann.

Reichweite eines E-Autos abhängig von der Temperatur

Einfach gesagt – im Sommer ist die Reichweite eines E-Autos höher als im Winter. Der Grund dafür ist, dass bei Frost der Wirkungsgrad der Leistungselektronik sowie des Antriebsstrangs sinkt.

Über den Autor
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Stefan Köstlinger

Stefan Köstlinger ist Kommunikationswissenschaftler, ehemaliger Journalist und selbstständiger Texter mit seiner K & K Schreibwerkstatt. E-Mobilität hat ihn schon immer fasziniert – angefangen vom ersten ferngesteuerten Auto bis heute und der Möglichkeit, verbrennungsmotorfrei zu leben.
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