Persönliche Beratung unter +49 941 2017700 oder info@energieloesung.de    +49 941 2017700   Kostenloser Versand   Expertenberatung
1
2
3

Beitrag der Elektromobilität zur Mobilitätswende

Elektromobilität bietet sich als Teil der Lösung für die angestrebte Mobilitätswende an. Auf diesen E-Zug ist nun auch die deutsche Bundesregierung aufgesprungen. Laut Recherchen der Süddeutschen Zeitung plant die Bundesregierung ein milliardenschweres Klimaschutzprogramm. Dieses wird, sobald es funktioniert, das Verkehrsgeschehen sowohl auf der Straße wie auch auf der Schiene massiv verändern.

Das Programm sieht vor, dass bis 2030 deutschlandweit mindestens sieben Millionen Elektroautos zugelassen sein sollen. Hinzu kommt, dass jeder zweite Bus ein E-Bus sein und natürlich das Radwegenetz für normale Räder und E-Bikes ausgebaut werden soll.

Was ist die Mobilitäts- bzw. Verkehrswende?

Die Mobilitätswende, auch Verkehrswende genannt, ist jener Prozess, sowohl den Individual-, den öffentlichen und den Güterverkehr auf nachhaltige Energieformen, einer sanfteren Verkehrsnutzung und einer besseren Vernetzung der Verkehrsformen umzustellen. Dies inkludiert natürlich die Veränderung in der Leitung der Geldströme sowie einen vermutlich gesellschaftskulturellen Wandel.

Das Ziel der in Deutschland angestoßenen Mobilitätswende geht aus dem Thesenpapier „Agora Verkehrswende“ hervor. Darin heißt es, man wolle die Klimaneutralität des Verkehrs bis 2050 sicherstellen. Erreicht soll dies laut des Papiers durch Energieeinsparung und durch eine Neuausrichtung in der Energieerzeugung (erneuerbare Energie) werden.

Keine Mobilität ist komplett frei von Emissionen

E-Autos sind keine emissionsfreien Fahrzeuge. Von diesem Gedanken sollte man sich schon zu Beginn freimachen. Ebenso ein Fakt ist, dass die Produktion von Akkumulatoren, die für den Betrieb aller Elektrofahrzeuge unablässig sind, auch viele Ressourcen benötigt. Dies alles ist richtig, dies alles streiten Umwelt- und E-Mobilitätsexperten nicht ab. Man muss sich klarmachen, dass jede Form des Verkehrs, angetrieben durch Strom oder Erdöl, die Umwelt beeinflusst.

Wenn sich eine Gesellschaft aber dazu entschlossen hat, auf den Verkehr durch Maschinen nicht verzichten zu wollen, sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Form die Gesundheit des Menschen, der Pflanzen und der Tiere am wenigsten beeinträchtigt.

E-Auto und Verbrenner – wer tankt umweltfreundlicher?

„Solange das Elektroauto mit konventionellem Strom fährt, ist seine Ökobilanz schlechter als die eines modernen Diesels.“ Diese These wird immer wieder unreflektiert in den Diskussionsraum gestellt, nur eben nie von Autoingenieuren oder Fachwissenschaftlern.

Über eine kleine Rechnung kann man sich nun der Beantwortung der Frage nähern, ob E-Autos umweltfreundlicher sind oder moderne Dieselfahrzeuge. Die Erzeugung einer Kilowattstunde (kWh) Durchschnittsstrom in Deutschland, wobei dieser aktuell zu rund 40 Prozent aus Wind- und Solarstrom, zu zwölf Prozent aus Atomstrom und aus 48 Prozent Braunkohle, Gas und Steinkohle gewonnen wird, verursacht, basierend auf Zahlen aus dem Jahr 2018, im Jahresdurchschnitt 450 Gramm CO2. Weiterhin verbrauchen, ermittelt in Alltagstests, E-Autos auf 100 Kilometer Fahrt 17,3 kWh Strom. Lädt man ein E-Auto mit Durchschnittsstrom aus Deutschland, gibt dies eine Emission von 7,9 Kilogramm CO2 je 100 gefahrene Kilometer. Wenn man einen kleinen, leichten und sparsamen Diesel im Vergleich betrachtet, stößt dieser rund die doppelte Menge an CO2 aus. Das Vierfache an CO2 emittieren hochmotorisierte Benziner (Alltagsbetrieb). Wer komplett auf Ökostrom setzt, kann, gemessen am CO2-Ausstoß, mit einem E-Auto sogar klimaneutral fahren.

Laut aktuellen Studien muss man an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass die Herstellung des Akkus im Vergleich zu vielen Bauteilen aus Verbrennern CO2-intensiver ist. Diesen als CO2-Rucksack betitelten Nachteil legen die E-Fahrzeuge im Laufe ihrer Nutzung aber relativ schnell wieder ab.

Wenn man alle günstigen und ungünstigen Faktoren während der Produktion und des Betriebes von E-Autos, Benziner und Diesel zusammennimmt, so sagt das deutsche Umweltbundesamt in einer Studie aus dem Jahr 2017, sind E-Autos umweltfreundlicher. Die Faktoren, die die Studie beleuchtet, sind neben der Produktion und des Betriebes auch die Entsorgung, inklusive jener der Batterie. In Zahlen ausgedrückt sagt die Studie, dass bei einer 12-jährigen Lebensdauer ein E-Auto 27 % weniger als ein Benziner und 17 % weniger als ein Diesel CO2 produziert. Eine weitere Studie, durchgeführt vom International Council of Transportation, sagt sogar, dass bei einer Lebensleistung von 150.000 Kilometern ein E-Auto 30 % weniger CO2 ausstößt als ein moderner Diesel.

Endlichkeit der Energiequellen im Vergleich

Im Rahmen der Mobilitätswende geht es auch um die Endlichkeit jener Energiequellen, welche die unterschiedlichen Fahrzeuge antreiben. Selbst wenn man den erdöl-freundlichsten Schätzungen Glauben schenken darf, wird der Vorrat an fossilen Brennstoffen in 300 Jahren endgültig versiegt sein. Vielfach wird eine deutlich kürzere Zeitspanne von den Experten prognostiziert. Die E-Mobilität hingegen kann sich über erneuerbare Stromquellen wie der Wasser-, der Wind- oder auch der Tidenkraft speisen. In unserem Sonnensystem brennt sogar eine Energiequelle, ein Fusionsreaktor, der laut Expertenschätzungen noch ca. sieben bis neun Milliarden Jahre Solarenergie spenden wird – die Sonne.

Die E-Mobilität wird also so oder so in einigen hundert Jahren die Mobilität komplett bestimmen müssen – da der Menschheit einfach das Öl ausgehen wird.

Fazit

Wie man sieht, sprechen auch Experten immer von einem „weniger“ in Bezug auf den CO2-Ausstoß eines E-Autos. Frei von Einflüssen auf die Umwelt wird vermutlich in den kommenden Jahren keine Form des Verkehrs sein. Aber auf die erneuerbaren Energieträger, auf denen die Elektromobilität fußt, wird die Mobilitätswende schwerlich verzichten können.

Über den Autor
Benutzerbild

Stefan Köstlinger

Stefan Köstlinger ist Kommunikationswissenschaftler, ehemaliger Journalist und selbstständiger Texter mit seiner K & K Schreibwerkstatt. E-Mobilität hat ihn schon immer fasziniert – angefangen vom ersten ferngesteuerten Auto bis heute und der Möglichkeit, verbrennungsmotorfrei zu leben.
Alle Artikel des Autors