12.03.2021

E-Mobilität auf zwei Rädern – ein Überblick

Dass die E-Mobilität nicht nur PKWs, LKWs oder Boote erreicht hat, sondern auch Fahrzeuge auf zwei Rädern, beweist ein Blick auf die Straßen. Bewegen sich viele Menschen mittlerweile urban mit Elektro-Scootern oder Elektrorollern vorwärts, steigt im ländlichen Raum die Zahl der Elektroräder und der Elektromotorräder an.

© energielösung GmbH

Elektro-Scooter

Das Design ähnelt stark einem Tretroller aus einer Zeit, als motorbetriebene Fortbewegung auf den Straßen noch Motorrädern, Lkws und Autos allein vorbehalten war. Doch von den Tretrollern dieser Ära sind die heutigen E-Scooter meilenweit entfernt. Die Zielgruppen für Elektro-Scooter haben in der Regel eine Sache gemeinsam – sie alle leben in Städten. Der Grund – eine überwiegend ohne große Höhenniveauänderungen auskommende Umgebung erleichtert die Handhabe eines E-Scooters immens.

Wie der Name schon vermuten lässt, werden E-Scooter von einem Elektromotor angetrieben. Trotz der Motorisierung muss der Fahrzeugführer den E-Tretroller tatsächlich mit einigen kräftigen Antritten mit dem Fuß in Gang bringen, ehe der Motor übernimmt. Die aktuell auf dem Markt erhältlichen Modelle schaffen eine Spitzengeschwindigkeit zwischen sechs und 20 Kilometer pro Stunde. Die Maximalgeschwindigkeit ist deswegen im Auge zu behalten, da sie über die Altersfreigabe entscheidet. Erreicht ein E-Scooter im Höchstfall 12 km/h, dürfen ihn Kinder ab 12 Jahren fahren. Alle schnelleren Modelle sind ab einem Alter von 14 Jahren freigegeben.

Eines der wichtigsten Schlagwörter bei E-Scootern ist Mikromobilität. Kurze Strecken, meist in Städten, sollen mit E-Scootern rasch zurückgelegt werden können. Dadurch sollen die Straßen und vor allem der Mensch von den Autos und deren Platzansprüchen und Abgasen verschont werden. Elektro-Scooter dienen bei diesem Mobilitätsmodell auch als „Fahrzeug für die letzte Meile“. Das bedeutet, dass man es Aufgrund seines geringen Gewichts einfach in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn oder U-Bahn mitnehmen kann. Die letzten Meter zum Ziel können dann e-motorisiert zurückgelegt werden. Auch der Weg zum Bahnhof oder zur Bushaltestelle kann mit den kleinen und wendigen Elektrofahrzeugen absolviert werden.

Wichtigste Vorteile bei E-Scootern zusammengefasst

Ein Vorteil, der allgemein die E-Mobilität begleitet, ist selbstverständlich auch bei den E-Scootern vorhanden – die Einsparung von CO2-Emissionen, vor allem in den dicht besiedelten Innenstädten. Durch die regelmäßige Verwendung von E-Scootern werden auch die Kapazitäten im öffentlichen Personen-Nahverkehr entlastet. Dies wird zum Beispiel in der Rush Hour in Zügen deutlich. Das Ausweichen der Menschen auf den E-Scooter löst auch vielfach die innerstädtische Parkraum- und Parkplatzproblematik – oder verringert zumindest beide. Zum einen sind es weniger Autofahrer, die einen freien Platz suchen, zum anderen nehmen die E-Scooter auch deutlich weniger Platz in der Stehphase weg. Viele Leute nehmen ihren E-Scooter auch mit in die Wohnungen oder an den Arbeitsplatz. An diesen Plätzen werden die E-Scooter in der Regel auch geladen.

Autos haben den Nachteil, dass ihre Motoren oder auch ihre Bremsscheiben Feinstaub in großen, leider oftmals auch gesundheitsgefährdenden Mengen produzieren. Durch den Wechsel von Auto zu E-Scooter verringert sich also die Feinstaubbelastung in Innenstädten enorm. Eine Zeitersparnis bringt das Fahren mit E-Scootern ebenso. Zum einen können sie in engeren Gassen und Wegen schneller als Autos vorankommen, zum anderen sind sie im Vergleich zu Fußgängern rascher am Ziel.

Nachteile von E-Scootern

Einige womöglich nachteilige Fakten sollte man vor dem Kauf eines E-Scooters aber wissen. Zumindest gegenüber dem Gehen zu Fuß verbraucht auch der Elektro-Scooter mehr Energie. Emissionsfreies fahren ist auch mit dem E-Scooter nicht möglich. Fahrten mit dem E-Scooter machen bei Sonnenschein Spaß, können aber bei Regen, Wind und Schnee schnell zu einem ungemütlichen Vergnügen werden. Das rasche Vorankommen mit dem E-Scooter in der Stadt kann auch ein Nachteil sein. So quirlig man durch den Verkehr fahren kann, so schnell kann man übersehen werden.

E-Scooter und die Haftpflichtversicherung

In Deutschland zählen E-Scooter zu den Kleinstfahrzeugen. Diese werden von der privaten Haftpflichtversicherung nicht abgedeckt. Sollte man also einen Unfall bauen und an diesem zumindest eine Teilschuld bekommen, sind die Fahrer in unbegrenzter Höhe für die Schäden persönlich haftbar. Man sollte immer bei seinem Versicherungsberater nachfragen, ob die E-Scooter in der jeweiligen Haftpflicht-Versicherung mit aufgenommen sind. Bei einem Nein als Antwort kann sich eine Zusatzversicherung durchaus lohnen.

Elektrofahrräder

Dieses über einen E-Motor angetriebene Zweirad kennt man unter den Namen Elektrofahrrad, E-Bike oder auch Pedelec. Letzterer Begriff steht für PEDal ELEcrtic Cycle. Die verschiedenen Begriffe stehen aber auch für verschiedene Ansätze. Beim Pedelec schaltet sich der Motor erst beim Treten zu. Das E-Bike wird auch ohne treten vom Motor angetrieben. Daher ist das E-Bike ein Leichtmofa, bedarf einer Betriebserlaubnis und ist versicherungspflichtig.

Für viele Menschen, die die Freiheit des Radfahrens lieben, es aber aufgrund schlechter Kondition aufgrund längerer Verletzungspausen, Übergewicht, hohen Alters oder körperlicher Einschränkungen nicht können, sind E-Bikes der ideale Drahtesel. Viele Menschen fahren auch Elektrofahrräder aus reiner Bequemlichkeit – was nachvollziehbar ist. Die Elektromotoren eines Pedelecs sind entweder am Vorder- oder am Hinterrad angebracht. Dieser schaltet sich automatisch ein, sobald man in die Pedale tritt. Normalerweise schaltet er beim Pedelec sich wieder ab, sobald man 25 Km/h oder schneller fährt. Beim E-Bike ist dies nicht der Fall.

Generationenübergreifender Fahrspaß

Auch wenn viele E-Biker einer fortgeschritteneren Generation angehören, sind auch reichlich Menschen unter 30 oder sogar 20 Jahren mit Elektrofahrrädern unterwegs. Speziell bei Überlandfahrten mit vielen, teilweise heftigen Steigungen, können die E-Bikes älteren Fahrern längere Strecken ermöglichen. In der Stadt kann man die Leistung der E-Bikes auch durch einen Radanhänger stärker ausnutzen. Für ältere Menschen wird so der selbstständige Einkauf von lebensnotwendigen Gütern wieder leichter möglich.

Mit E-Bikes steile Hügel leicht bezwingen

Wer die Bilder der Tour de France kennt, auf denen sich die durchtrainierten Fahrer durch die Alpen quälen, kann sich gut vorstellen, wie einfach diese Berge mit einem E-Bike zu bewältigen wären. Der Motor übernimmt bei Steigungen und Hügel zwar nicht die ganze Arbeit, bietet aber eine unterstützende Hilfestellung – zumindest, wenn man den Akku nicht zu schnell entleeren will. Damit meistert man normalerweise problemlos Anstiege oder anspruchsvolle Wege. Diese Eigenschaft von E-Motoren bei Fahrrädern wird gerade von Mountainbike-Liebhabern reihenweise entdeckt.

E-Bikes als Alternative zum Auto

E-Bikes sind nicht nur Freizeitvehikel oder Gesundheitsinstrumente, sie können vor allem auch in Städten eine praktikable Alternative zu Autos sein. Speziell in den morgendlichen oder abendlichen Stoßzeiten, wenn die Straßenschluchten im Berufsverkehr verstopft sind, kann man mit E-Bikes bequem und ohne viel Anstrengung für den Körper und das Nervenkostüm Wege schnell zurücklegen. Auch beim Thema Umweltschutz haben E-Bikes im Vergleich zu den Automobilen klar die Nase vorn.

E-Bikes teurer, und das Fahren verbraucht weniger Kalorien

Den positiven Eigenschaften der E-Bikes stehen durchaus negative gegenüber. Einer davon ist der Preis. Einsteigermodelle kosten rasch 2.500 Euro. Normale oder Profi-Modelle können preislich deutlich darüber liegen. Allerdings sind in vielen Städten und Gemeinden bereits E-Bike-Verleihshops etabliert. Über diese können zum einen Anfänger ausprobieren, ob die Anschaffung ihren Preis wert ist, zum anderen, ob es überhaupt Spaß macht und sinnvoll ist. Hinzu kommt, dass der sportliche Gesundheitsaspekt bei E-Bikes durch die Motorunterstützung in den Hintergrund gedrängt wird. Im Durchschnitt verbrennt man während einer Stunde des Fahrens mit einem E-Bike (wenn man selbst mit tritt) 200 Kalorien, beim Fahren eines normalen Rades etwa 400.

E-Bikes für Kinder

Es gibt Kritiker, die anmerken, dass Kinder, wenn sie E-Bikes fahren, den Sportaspekt minimieren. Auch die Technik mag, so die gleichen Kritiker, die Kinder vielleicht überfordern. Die Hersteller haben auf diese Punkte reagiert. Mittlerweile gibt es E-Bikes speziell für Kinder. Diese sind mit kleineren Motoren ausgestattet, die zusätzlich weniger Leistung bringen. So muss das Kind mehr in die Pedale treten. Durch diese Maßnahme sinkt auch das Eigengewicht des Elektrorades für Kinder erheblich.

Elektroroller

Mit Rollern wie der Vespa eroberten sich im vergangenen Jahrhundert viele Jugendliche die Straßen von den Autofahrern. Heute fährt die Jugend umweltbewusster, und daher ist der E-Roller eine oft gewählte Alternative zu anderen Fortbewegungsmitteln im Rahmen des Individualverkehrs. Der Elektroroller ist ein normaler Roller, aber mit einem Elektromotor ausgestattet. Dieser wird aus einem Akku gespeist, der normal zuhause oder an öffentlichen Ladestationen mit Energie versorgt werden kann. Die grundlegende Bauform des Rollers war ein Designhit. Auch heutige E-Roller verfügen über einen Lenker mit Gasgriff, eine Bremse, einen Spiegel sowie einen bequem gepolsterten Sitz und einen meist großzügigen Fußraum. Über den E-Motor wird auch der Scheinwerfer betrieben.

E-Roller überzeugen mit guter Motorleistung

Die Endgeschwindigkeit und die Beschleunigung dahin sind Faktoren, die bei einem E-Roller stark mit dem Elektromotor korrelieren. Die Spitzengeschwindigkeit bei den meisten Modellen liegt rund um die 45 km/h-Marke. Diese 45 km/h erreichen bereits Modelle mit einem etwas schwächeren E-Motor. Unterschiede in der Leistung erkennt man im Grunde genommen bei den Beschleunigungswerten. Je höher hier die Wattzahl ist, desto mehr PS beschleunigen den E-Roller. Eine gute Wattzahl bewegt sich um die 2.000. Damit treiben rund 2,7 Pferdestärken das Gefährt an.

Reichweite mit einer „Tankfüllung“ bei E-Rollern

Benzingetriebene Roller schaffen es, mit einer Tankfüllung durchschnittlich rund 300 Kilometer weit. E-Roller schaffen meist 60, vereinzelt 80 Kilometer mit einer Ladung. Für den urbanen Weg zur Arbeit, zu Freunden oder zum Einkaufen ist die Reichweite ausreichend, allerdings am Land kann dies ein Problem darstellen. Einschränkend auf die Reichweite des E-Rollers können sich der Straßenuntergrund sowie das Gewicht des Fahrers und der Ladung auswirken. Schotterwege verlangen vom Motor mehr Leistung, ebenso wie eine gewichtigere Ladung. Auch Fahrten im kalten Winter wirken sich negativ auf die Reichweite aus. Tiefe Temperaturen spielen hier eine entscheidende Rolle.

Qualitätsmerkmale eines E-Rollers

Nun wurde schon erwähnt, dass die Ladung, also das Gewicht des E-Rollers, sich auf die Energieeffizienz, genauer auf die Leistung des Elektromotors auswirkt. Dies gilt natürlich nicht nur für die Ladung, sondern auch für das Eigengewicht. Hierbei raten Experten dazu, bei einem E-Roller immer darauf zu achten, dass dieser nicht mehr als 145 kg Eigengewicht hat. Perfekt wären hier 100 kg.

Bleiben wir gleich bei der Gewichtsfrage. Ein guter Elektroroller sollte auch beim Thema Zuladung gewisse Mindeststandards erfüllen. Damit sowohl das Fahrergewicht wie auch das Gepäck (Einkauf, Urlaub) und ein potentieller Sozius mitfahren können, sollte die Mindestzulade-Kapazität bei rund 150 kg liegen.

Die Lebensdauer des Akkus ist ein wichtiger Kostenfaktor, auf den man bei der Anschaffung eines E-Rollers achten sollte. Es empfiehlt sich, den Akku nicht über eine Länge von acht Stunden an einer Ladestation hängen zu lassen – am besten wäre sogar, wenn der Ladevorgang kürzer wäre. Flexibilität beim Laden und bessere Kontrolle bekommt man, wenn der Akku ausbaubar und unabhängig vom Roller aufgeladen werden kann.

Elektromotorräder

Keine neue Erfindung sind Elektromotorräder. Schon im Jahr 1897 fuhren bei Bahnradrennen Elektromotorräder als Schrittmachermaschinen vor den pedalbetriebenen Rädern. Über die Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts verteilt wurden immer wieder E-Motorräder zur Serienreife entwickelt und verkauft. Ab 2009, mit der Vorstellung des ersten Modells von Zero Motorcycles, eroberten die Elektromotorräder wieder vermehrt die Straßen. Für viele Motorrad-Enthusiasten sind diese aber noch keine Alternative zu den Modellen mit Verbrennungsmotor. Der Grund ist, dass die meisten Fahrer ihre Motorräder oftmals für längere Touren aus der Garage holen. Das Problem aktuell ist aber, dass E-Motorräder durchschnittlich lediglich über eine Reichweite von 50 bis maximal 200 Kilometern verfügen.

E-Motorräder – geringes Gewicht, starke Motorleistung

Dass sich trotz der geringeren Reichweite immer mehr Menschen für ein Motorrad mit Elektromotor entscheiden liegt unter anderem daran, dass die Kombination eines drehmomentstarken E-Motors und eines leichten Fahrzeugs sehr starke Beschleunigungen ermöglicht. Ein weiterer positiver Effekt des E-Motors bei Motorrädern ist, dass das lästige Schalten komplett entfällt. Alle E-Fahrzeuge, also auch die Motorräder, sind Automatikfahrzeuge.

Gute Umweltbilanz von E-Motorrädern

Zwar ist noch vieles abhängig von der Herkunft des Storms, aber ganz im Allgemeinen sind E-Motorräder in Sachen Umweltbilanz jenen mit Verbrennungsmotor voraus. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beim Aufladen immer darauf achten, reinen Ökostrom zu tanken. Ein weiterer Pluspunkt, der für E-Motorräder spricht, ist deren kaum wahrnehmbare Geräusche. Somit entstehen kaum Lärmemissionen.

Der letzte Punkt kann paradoxerweise aber auch ein Nachteil sein. Laute Motoren warnen Fußgänger akustisch vor einer Gefahr. Dieses akustische Signal fällt allgemein bei Fahrzeugen mit E-Motoren weg. Daher sollten die Fahrer extra aufmerksam sein, was Fußgänger und speziell Kinder beim Spielen oder auf dem Schulweg betrifft.

Kostenfrage bei E-Motorrädern

Die Anschaffungskosten für ein E-Motorrad mögen hoch sein, aber in der Erhaltung sind sie günstig. Die Betriebskosten eines Elektromotorrades werden schon durch die geringeren Kosten für eine Akkuladung im Vergleich zu einer Benzinfüllung gesenkt. Dies ist für Pendler ebenso wichtig wie für Urlauber, die ein enges Reisebudget haben. Zahlen belegen unter anderem, dass zum Beispiel der Verschleiß bei den Bremsen bei Elektromotorrädern geringer ist. Aktuell ist es auch noch so, dass man als Fahrzeughalter geringere Beiträge in die Motorradversicherung einzahlt. Kosten werden auch dadurch gespart, dass man, so die aktuelle Rechtslage, zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit wird, wenn man ein Elektromotorrad fährt.

Autor: Lukas Lang

12. März 2021

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