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Microlino - bunt, klein, effizient

Elektroautos haben eine "geringe Reichweite" und "der Ladevorgang ist zu kompliziert" - trifft man auf Kritiker der Elektromobilität, trifft man gleich am Anfang auf diese Aussagen. Dabei spielt zum Beispiel die Reichweite gar keine so große Rolle, denn im Durchschnitt fährt der Deutsche etwa 40 Kilometer am Tag.

Diese Statistik spielt besonders Klein(st)fahrzeugen wie dem Microlino in die Karten. Mit einer Reichweite von bis zu 200 Kilometer und einer Ladezeit von etwa vier Stunden an der Haushaltssteckdose dürfte die quietschbunte Knutschkugel besonders gut für den Nahverkehr und somit den täglichen Weg zur Arbeit geeignet sein. Wir haben uns mit Oliver Ouboter, dem Co-Founder von Microlino, unterhalten.

Was steckt hinter der Idee des Microlino und was sind die Ziele des Unternehmens?

Micro ist schon seit jeher dafür bekannt, platzsparende und umweltfreundliche Mobilitätslösungen zu entwickeln. So haben wir vor 20 Jahren den ersten Tretroller erfunden, der sich viel besser mit dem Auto oder den ÖV kombinieren lässt als ein Fahrrad.

Beim Microlino ging es um eine ähnliche Idee. Wir fragten uns, wie wir all das, was ein Auto ausmacht möglichst platzsparend und umweltfreundlich verpacken können. Das Fahrzeug sollte geschlossen sein, Platz für zwei Personen haben und 95% der Strecken gut abdecken können. Zudem sollte es vom optischen her nicht zu sehr an sonstige kleine PKWs angelehnt sein, da es immer etwas komisch aussieht wenn man ein Auto einfach verkleinert. Aus diesem Grund auch die Anlehnung and die Kabinenroller aus den 50ern.

Wurde oder wird auch über ein größeres Model nachgedacht?

Wir haben uns durchaus einmal damit beschäftigt und es gibt auch einige Designentwürfe dazu. Letztendlich passt es aber nicht zu unserer Philosophie, denn dann ist es einfach wieder ein normales Auto. Aus diesem Grund haben wir die Idee auf Eis gelegt - zumindest für den Moment.

Durchschnittlich legt ein Autofahrer täglich ca. 40 Kilometer zurück. Mit 125 bzw. 200 Kilometern Reichweite würde das heißen, dass der Microlino optimal für den Weg zur Arbeit geeignet ist.

Genau. Die meisten Autos sind so entwickelt, das sie auch die fünf Prozent der Strecken abdecken können, die viel weiter sind. Wir wollten konsequent auf die Alltagsstrecke setzen und konnten deshalb auch die Reichweite reduzieren. Paradoxerweise ist bei uns die Reichweitenangst geringer als bei einem Tesla, da Jedem klar ist, dass man mit dem Microlino wohl eher nicht in die Berge fahren wird.

Micro beschreibt sein Fahrzeug als Mischung von Auto und Motorrad. Irgendwie lässt sich der Microlino in keine Schublade pressen.

Es ist tatsächlich eine neue Kategorie. Man muss sich das vorstellen wie ein iPad: es ist kein Smartphone aber auch kein Laptop. Durch die kleine Batterie kann der Microlino in nur vier Stunden an einer normalen Haushaltssteckdose aufgeladen werden, man braucht also keine spezielle Ladestation, was für viele Leute eine Hürde ist, gerade in dieser Preisklasse. Man hat Platz für zwei Personen nebeneinander und für drei Bierkisten im Kofferraum und kann durch die geringe Länge Querparken. Da kommt dann auch die Fronttür ins Spiel, mit der man quasi direkt auf den Bürgersteig aussteigt.

Sieht man das Fahrzeug von außen, denkt man sofort an Isetta, Kabinenroller und Co. aber auch an „Oh je, für welche Größe ist das Fahrzeug geeignet?“.

Aussen klein, innen gross. Da wir keine Mittelkonsole haben, sparen wir natürlich sehr viel Platz und ich habe noch nie einen Kunden gesehen, der nicht positiv überrascht war vom Platzangebot!

Micro wirbt mit „Passt quer in jede Parklücke und verbraucht nur 1/3 des Parkplatzes – gibt es hier nicht rechtliche Probleme bezüglich Straßenverkehrsordnung?

Es wird überall etwas anders gehandhabt. Fakt ist, dass es nicht verboten ist, sofern man mit allen vier Rädern innerhalb des Parkplatzes ist. Beim smart war dies ja auch schon eine Diskussion, allerdings war der Smart dann doch etwas länger und hat meist genau nicht quer reingepasst. Ich selber parkiere meinen Microlino immer quer.

Wagen wir noch einen Blick auf die Elektromobilität allgemein? Wo liegen die Chancen der Elektromobilität und wo lauern eventuell Gefahren?

Die Chancen bei der E-Mobilität sind sicherlich aktuell eher bei kürzeren und mittleren Strecken. Bei Langstrecken ist die Reichweitenangst vielfach noch zu gross. Aber die Elektromobilität ist, mit dem aktuellen Strommix, die sauberste Lösung und wird, wenn die Energieversorgung auch auf erneuerbare Energien umstellt, noch sauberer. Aber man kann Elektromobilität nicht isoliert betrachten, denn es braucht ein Zusammenspiel mit den Energieversorgern.

Audi, Mercedes, Tesla, Peugeot, Opel, VW… - viele alteingesessene Hersteller oder Pioniere setzen voll auf Elektromobilität. Microlino schlägt eine andere Richtung ein und zielt auf klassische Kurzstreckenfahrzeuge ein. 

Kurzfristig ist der Microlino für viele Leute ein Zweitfahrzeug. Das ist aber auch gut so, denn da ist es für Leute eine viel geringere Hürde, auf E-Mobilität umzustellen. Was aber passieren wird: Es wird ein Bewusstsein geschaffen, dass man im Alltag eigentlich gar nicht mehr braucht als ein Microlino. Und wenn man dann mal in die Berge fährt, dann kann man auch Carsharing nutzen oder den Zug und das Zweitauto wird quasi zum Erstauto.

Stichwort Ladetechnik – welche Ladeleistung werden die Fahrzeuge von Micro realisieren können und welche Ladekapazität bietet der Akku?

Geplant war in einer ersten Phase 2 kW Ladeleistung und dann in einem zweiten Schritt auch 4 kW und 6 kW anzubieten. Da beim Microlino wohl sehr viele Ladevorgänge Zuhause stattfinden werden und der normale Hausanschluss eh nicht viel mehr als 2kW Strom liefern kann, wird das vor allem für andere Länder dann ein Thema.

Linkliste

Microlino im Web: https://microlino-car.com/en/

Über den Autor

Markus Fryzel

Markus Fryzel ist Sales- und Marketing Manager bei der energielösung GmbH. Als Redaktionsleiter ist er der Ansprechpartner in allen Themen rund um das Magazin. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Elektromobilität und verfolgt die Entwicklung mit großem Interesse.
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