18.06.2021

Ladeinfrastruktur – Zwischen Aufbruch und Stillstand

Martin Aschoff ist E-Fahrer der frühen Stunde. Noch lange bevor die Elektromobilität überhaupt die breite Masse erreichte, beschäftigte sich Aschoff mit dieser. 2019 entschied er sich dann für einen Audi e-tron. Seitdem hat er viel erlebt. Aschoff berichtet vom holprigen Start, langsamen Wachstum und dringendem Verbesserungspotenzial.

© energielösung GmbH

Als ich im Juni 2019 meinen Audi e-tron sehnsüchtig erhalten habe, musste man beim Unterwegs-Laden noch wahren Pioniergeist zeigen. Auch wenn es erst zwei Jahre her ist, so hat es doch mit der heutigen Ladeinfrastruktur nichts mehr zu tun. Die Zeiten haben sich gewandelt. Außer Ionity gab es damals praktisch keine HPC-Ladestationen – wenn man HPC mit einer Mindestleistung von über 100 KW/h gleichsetzt. Reibungslos lief das Ganze aber nicht immer. Bereits nach wenigen Monaten hatte ich das Gefühl, jeden Mitarbeiter an der Ionity-Hotline persönlich zu kennen. Aber, dass muss ich fairerweise dazu sagen, die Hotline-Mitarbeiter konnten ihre Ladestationen immer zum Laufen bringen und lieferten zugleich wertvolle wie hilfreiche Tipps – oder wussten sie, dass es besser ist, den Stecker während des Verbindungsaufbaus hochzuhalten, weil sonst die Kontakte für die Netzwerkverbindung des e-trons nicht sicher schließen und sonst keine Kommunikation zustande kommt?!

Nun, mit der Zeit sind die HPC-Ladestationen zuverlässiger geworden. Für meinen Audi e-tron gab es ein Hardware- und zwei Software-Updates und weitere Anbieter von HPC-Stationen sind an Autohöfen hinzugekommen, sodass die großen Lücken im HPC-Netz langsam geschlossen wurden. Doch auch jetzt, wir schreiben das Jahr 2021, ist der Ausbau dieses Netzes keinesfalls zufriedenstellend! Es gibt immer wieder Ladeinfrastruktur-Löcher von über 50 km – Verbrenner-Fahrer würden in so einem Fall auf die Barrikaden gehen!

Aber ich habe den Eindruck, dass die Öl-Konzerne inzwischen aufgewacht sind, und ihre Tankstellen – speziell an den Autohöfen – sukzessive mit HPC-Stationen ausstatten. So habe ich in diesem Monat schon bei Aral, Shell und Total nur wenige hundert Meter von Autobahnausfahrten entfernt mit 150 kW/h laden können. So macht die Elektromobilität konstruktive Fortschritte. Weiter so! Und wenn ich nicht auf der Langstrecke unterwegs bin, lade ich übrigens in der Firma mit 11 kW/h und zur Not auch zuhause mit 2 kW/h. Denn selbst mit 2 kW/h lassen sich pro Nacht 100 km Reichweite nachladen.

Was bleibt nun abschließend zu sagen? Die Ladeinfrastruktur ist über die Jahre deutlich gewachsen und hat sich zudem auch deutlich verbessert. Doch es ist noch längst nicht alles Gold was glänzt. Noch immer hinkt die deutsche Elektromobilität im Bereich der Ladeinfrastruktur hinterher. Der Anfang ist gemacht, doch in den kommenden Jahren muss vorallem die flächendeckende Ladeinfrastruktur visiert und ausgebaut werden. Nur wenn dieses Vorhaben gelingt, wird sich die Elektromobilität als zukunftsträchtige Mobilitätsform durchsetzen können!

Autor: Team energielösung

Unter diesem Account veröffentlicht das Team der energielösung spannende Themen zum Thema Elektrisch Fahren, Elektrisch Laden und Elektromobilität Erleben.

18. Juni 2021

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