17.04.2021

Stromanschlüsse bei E-Autos – braucht jede Wallbox Starkstrom?

Auch E-Autos müssen „tanken“. Bei einer öffentlichen Ladestation oder einer heimischen Wallbox wird Ihr E-Auto mit Starkstrom gespeist. Aber ist dies tatsächlich notwendig. Muss ein Elektrofahrzeug mit Starkstrom geladen werden oder können auch andere Methoden verwendet werden? Wir beschreiben die verschiedenen Möglichkeiten, ein E-Auto mit Energie zu versorgen.

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Welche Stromanschlüsse für E-Autos sind möglich?

Damit der Strom Ihr E-Auto erreicht, gibt es vier Möglichkeiten:

  • Haushaltssteckdose
  • Campingstecker
  • Öffentliche Ladesäule
  • Private Wallbox

E-Auto aufladen an der Haushaltssteckdose

Sie können jedes Elektroauto mit den 230 Volt aus einer normalen Haushaltssteckdose aufladen. Dazu benötigen Sie allerdings ein ICCB-Ladekabel. Dieses wird in der Regel mit jedem E-Auto mitgeliefert. Bei einem ICCB-Ladekabel sind die Schutz- und Steuerelemente in einer kleinen Box am Kabel untergebracht.

Diese Art des Ladens sollte nur in Notfällen genutzt werden. Eine Haushaltssteckdose und die dazu passenden Stromleitungen sind nicht für die hohen und länger anhaltenden Belastungen beim Laden eines E-Autos ausgelegt. Hier kann es durchaus zu einem Kabelbrand kommen. Zudem dauert das Aufladen sehr lange.

E-Auto aufladen mit dem Campingstecker

Sie können Ihr E-Auto auch mit einem CEE16 Camping-Stecker aufladen. Damit sind Ladevorgänge bis maximal 3,7 kW möglich. Im Unterschied zu einer Haushaltssteckdose ist ein Campingstecker auf eine 16 Amper-Dauerbelastung ausgelegt.

Achten Sie beim Laden mit einem Campingstecker aber darauf, dass sowohl der Kabelquerschnitt der Zuleitung als auch die entsprechende Sicherung für die Belastung ausgelegt sind.

E-Auto aufladen an einer öffentlichen Ladestation

Jeden Tag wird in Deutschland das Netzwerk an öffentlichen Ladestationen erweitert. Diese wandeln Wechselstrom in Gleichstrom um. Nur Gleichstrom kann einen E-Auto-Akku aufladen. Die öffentlichen Ladesäulen sind sicher und verwenden immer Starkstrom. Sie müssen den Anforderungen der Ladesäulenverordnung, kurz LSV, vollauf genügen. Das heißt, sie alle müssen mit einem Stecker vom Typ 2 ausgestattet sein. Das liegt daran, dass die meisten Fahrzeuge hierzulande diesen verwenden.

E-Auto bequem aufladen an einer heimischen Wallbox

Ob im heimischen Carport oder in der Garage – mit einer privaten Wallbox ist das Aufladen bequem zu Hause möglich. Eine Wallbox ist eine Ladestation, die, wie der Name schon vermuten lässt, an der Wand angebracht ist. Sie verbindet das E-Auto mit dem Stromnetz. Dafür ist ein Starkstromanschluss notwendig. Dabei wird in Deutschland meist eine Leitung mit dreiphasigem Wechselstrom mit 400 Volt verwendet.

Technisch gesehen kann man eine Wallbox auch mit 230 Volt betreiben. Allerdings verlängert sich dadurch die Ladezeit beträchtlich. Eine mit 230 Volt betriebene Wallbox erreicht eine maximale Ladeleistung von 7,2 kW. Eine handelsübliche Starkstromwallbox erreicht 11 kW. Die stärksten erreichen Leistungen von 22 kW.

Ladezeit mit und ohne Starkstrom

Die Ladezeiten sind für viele Menschen der ausschlaggebende Punkt, sich für oder gegen einen der verschiedenen Stromanschlüsse zu entscheiden. Je höher die Ladeleistung in Kilowatt (kW) ist, desto schneller ist der Akku Ihres E-Autos aufgeladen.

Der ADAC hat hier Richtwerte ermittelt, um einen 40-kWh-Akku vollkommen zu laden:

  • Haushaltssteckdose 17 Stunden
  • Wallbox (3,7 kW) 11 Stunden
  • Wallbox (4,6 kW) 9 Stunden
  • Wallbox (11 kW) 3 Stunden
  • Wallbox (22 kW) 1,5 Stunden

Autor: Stefan Köstlinger

Stefan Köstlinger ist Kommunikationswissenschaftler, ehemaliger Journalist und selbstständiger Texter mit seiner K & K Schreibwerkstatt. E-Mobilität hat ihn schon immer fasziniert – angefangen vom ersten ferngesteuerten Auto bis heute und der Möglichkeit, verbrennungsmotorfrei zu leben.

17. April 2021

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