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Studie zum Potential von Oberleitungs-LKWs

Das Institut für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) Heidelberg veröffentlichte eine Studie, in welcher die Möglichkeiten eines Oberleitungssystems für E-LKWs analysiert wurden. Man kam zu dem Ergebnis, dass ein solches Versorgungsnetz mit Strom für die emissionsarme Transport-E-Mobilität bis 2030 durchführ- und denkbar ist.

 

Studie befasst sich mit Hauptverkehrsrouten

Laut der Studie soll auf einer Länge zwischen 3.000 und 4.000 Kilometer eine grundlegende Basis-Oberleitungsinfrastruktur geschaffen werden. Inkludiert sollen dabei vor allem stark frequentierte Autobahnabschnitte werden.

Julius Jöhrens, Leiter der Studie im Ifeu, erläutert, „am wichtigsten ist nun der zügige Aufbau einer größeren Pilotstrecke. So können wertvolle Erfahrungen mit Oberleitungs-LKWs im Fernverkehr gesammelt und damit der Aufbau einer Basis-Oberleitungsinfrastruktur vorbereitet werden“.

Die Forscher des Instituts gehen bei ihrer Frage nach der Oberleitung für LKWs davon aus, dass es in Zukunft keine dominante Technologie wie den Verbrennungsmotor auf unseren Straßen geben wird. Potentiell sinnvoller würde wohl ein Mix aus Oberleitung- und Akku-Speichern sein.

 

 

Technik wird heute schon getestet

Die Technik, die man für ein flächendeckendes Netzwerk an Oberleitungen für LKWs benötigt, ist vorhanden. Feldtests, in denen diese Technik ausprobiert wird, laufen in Deutschland laut des Ifeus drei – einer auf der A5 in Hessen, einer entlang der A1 in Schleswig-Holstein und ab 2021 auf der B462 in Baden-Württemberg. Beim dritten laufen die Vorbereitungen. Das spannende dabei ist, dass hier eine Oberleitung auf einer Bundesstraße getestet werden wird. Der Auftraggeber der drei Tests ist jeweils das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Auf der Verkehrshauptachse in Deutschland, so sagte das Ifeu bereits im März 2020 in einer vorgelagerten Studie, sei der Oberleitungs-E-LKW der Transportdieselflotte nicht nur umwelttechnisch, sondern auch wirtschaftlich überlegen. Die Wirtschaftlichkeit der E-LKWs mit Oberleitungsanschlüssen hängt aber auch von der Politik ab. Wird das Oberleitungssystem kommen, werden die entsprechend angepassten E-Fahrzeuge vermehrt und damit kostengünstiger produziert. Bis 2030 würde so der Preis eines Neufahrzeuges mit E-Motor erheblich fallen.

 

Bahn oder Oberleitungs-E-LKWs?

Der Kritik, statt auf Oberleitungs-E-LKWs auf die Bahn zu setzen, entgegnet der Studienleiter folgendes: „Auch unter optimistischen Annahmen bezüglich der Verlagerung wird der größte Teil des Güterverkehrs auch mittel- und langfristig auf der Straße abgewickelt. Daher brauchen wir hier Lösungen für den Klimaschutz.“

Über den Autor
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Stefan Köstlinger

Stefan Köstlinger ist Kommunikationswissenschaftler, ehemaliger Journalist und selbstständiger Texter mit seiner K & K Schreibwerkstatt. E-Mobilität hat ihn schon immer fasziniert – angefangen vom ersten ferngesteuerten Auto bis heute und der Möglichkeit, verbrennungsmotorfrei zu leben.
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