Aus der Reihe "Unsere Partner Teil II: FENECON - Energy Engineering"

FENECON Franz Josef Feilmeier

CEO Franz-Josef Feilmeier / © FENECON GmbH

FENECON steht für Innovation, Energiewende und neue Formen der dezentralen und erneuerbaren Energieversorgung. Das Unternehmen hat sich zu einem der Innovationsführer für Energiespeichersysteme in Deutschland sowie im internationalen Markt entwickelt und überzeugt nicht nur uns täglich als zuverlässiger Hersteller und Lieferant. FENECON ist zudem "Official Innovation Partner" von BYD, einem international agierendem High-Tech-Unternehmen, das sich auf IT, Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien spezialisiert hat. FENECON hat seinen Sitz im niederbayerischen Deggendorf und verbindet so auch Tradition mit futuristischer Innovation. Franz-Josef Feilmeier (CEO) hat mit seinen Visionen und seiner Innovationskraft das Unternehmen entscheidend geprägt. Zudem ist er eine interessante Persönlichkeit, welche sehr kluge Antworten auf unsere Fragen gefunden hat. Diese wollen wir unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten.

Guten Tag Herr Feilmeier! Wir von energielösung freuen uns sehr heute einen unserer "Partner der ersten Stunden" vorstellen zu dürfen. Würden Sie bitte, für diejenigen unter unseren Lesern, die FENECON noch nicht kennen, kurz erklären, womit sich das „Energy-Engeneering-Team“ beschäftigt? Was steckt hinter FENECON? Und was sind die Ziele des Gewinners des "Energy Awards 2016"?

FENECON ist ein Pionier für Energiewende-dienliche Stromspeichersysteme in Deutschland. Seit 2011 entwickeln wir Stromspeichersysteme und ein intelligentes Energiemanagement, um diese bestmöglich für den Anwender, das Netz und den Energiemarkt einzusetzen. Da unsere Speicher mehr können, als nur PV-Strom vom Tag in die Nacht zu schieben, haben wir das „Energiepartnermodell“ entwickelt, das dem Energieversorger u.a. ermöglicht, kostenlosen Strom im Speicher der Kunden zu parken. Dafür wurden wir mit dem wichtigsten deutschen Energiepreis ausgezeichnet, was unser junges Team aus 45 Kollegen – davon viele Ingenieure – sehr stolz macht!

Die „Energiewende“ ist mittlerweile ein sehr strapazierter Begriff. Warum ist sie aus Ihrer Sicht so wichtig? Und welchen Beitrag leisten neue Energietechnologien hierfür?

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass mittlerweile jeder die Energiewende will. Nur verstehen manche darunter vielleicht eine weniger konsequente Umsetzung - oder wollen sich damit viel Zeit lassen. Wir haben uns für unser Handeln die „100% Energiewende“ als Überschrift gesetzt. Damit ist klar, dass das gleichzeitig „0% fossile und atomare Energien“ bedeutet. Und auch, dass jegliche Systemdienstleistung zum Stromausgleich und zur Netzstabilität ebenfalls aus erneuerbaren Energien und neuen Energietechnologien bereitgestellt werden müssen. Stromspeicher haben dabei den Vorteil, dass sie viele verschiedene Funktionen im Eigenverbrauch, im Energiemarkt und bei der Stromqualität kombinieren können und die durch die zeitliche Verschiebung bestehende Stromleitungen besser ausnutzen können. Damit wird der Bedarf für Netzausbau deutlich reduziert.

Die Rentabilität von Stromspeichern wird ja gegenwärtig heftig diskutiert und Käufer reagieren noch etwas verhalten auf die neuen technologischen Entwicklungen. Viele Kritiker sprechen von bisherigen großen Versäumnissen auf dem europäischen Markt - vor allem was die Speichertechnologie betrifft. Was entgegnen Sie den Skeptikern bzw. wohin wird sich die Debatte aus Ihrer Sicht entwickeln?

Die geistige Hürde sind hier häufig eindimensionale Betrachtungen. Wenn man einen Stromspeicher auf nur eine Anwendung reduziert – beispielsweise die einfache Aufgabe, Solarstrom vom Tag in die Nacht zu schieben – dann ist eine Rentabilität tatsächlich erst nach meist über 10 Jahren gegeben. Ein Stromspeicher kann aber beispielsweise gleichzeitig die Frequenzstabilisierung im Netz übernehmen – und damit Kohlekraftwerke in diesem Markt überflüssig machen. Auch Schwankungen bei Börsenpreisen lassen sich mit einem leistungsfähigen Stromspeicher gewinnbringend nutzen.
Letztlich ist es also ähnlich wie bei Handys: wenn wir damit nur telefonieren wollten, würden wir wohl alle noch mit klassischen, günstigen Nokia-Handys rumlaufen. Da wir damit aber auch fotografieren, navigieren, surfen und vieles mehr, lohnen sich deutlich teurere Smartphones und jeder von uns hat eins. Die Diskussion sollte sich also darum drehen, genau diese „Smartphone-Philosophie“ auf das Energiesystem zu übertragen.

Welche Argumente führen Sie daher in die Debatte, warum sich Privathaushalte oder Unternehmen einen Stromspeicher zulegen sollten? Der Markt fordert ja auch klare Aussagen. Wie profitiert man also im Detail von Stromspeichern?

Man profitiert sofort von einer höheren Eigenversorgung aus der eigenen Photovoltaikanlage und der Versorgungssicherheit gegenüber Stromausfällen. Neben der berechenbaren Einsparung in Euros berichten uns viele Kunden aber vom guten Gefühl, wirklich eigenen Strom zu verwenden und sich mit einem Großteil seines Energiebedarfs aus der Abhängigkeit von Versorgern und deren künftiger Preispolitik zu verabschieden.

Dieser Punkt ist auch der langfristig interessante zusätzliche Nutzen eines Stromspeichers. Erst mit einem Speicher als „Smartphone-Speicher“ kann man von flexiblen Strompreisen, die sich künftig stündlich ändern, wirklich profitieren oder auch Strom aus Wind-, Bioenergie- und Solarkraftwerken aus der Nachbarschaft einlagern. So wird sich letztlich ein leistungsfähiger Speicher immer rechnen – wenn auch auf vielfältigere Weise, als heute von vielen noch vermutet.

Kunden haben mittlerweile eine große Auswahl beim Kauf eines Speichersystems. Was macht FENECON besser als die Konkurrenz? Welche Vorteile und Mehrwert bieten Sie Ihren Kunden?

Durch unseren internationalen Erfolg und die Zusammenarbeit mit dem führenden Technologiekonzern BYD haben wir den Vorteil der globalen Perspektive: nachdem Deutschland seine Vorreiterrolle in der Energiewende verloren hat, können wir von anderen Ländern lernen. Entsprechend haben wir unsere Produkte und das Energiemanagement umgesetzt. So hat FENECON das OpenEMS-Projekt initiiert, eine OpenSource-Plattform für das Energiemanagement. Nur damit ist es möglich, dass man seinen Stromspeicher unabhängig vom Hersteller und dessen Softwarelösungen und Angeboten betreiben kann.

Auch hier dienen uns die Smartphones als Vorbild: Nokia konnte sich mit einem Konzept nicht durchsetzen, bei dem jegliche Anwendung des Gerätes vom Gerätehersteller selbst kommt. Dagegen laufen fast alle unsere Smartphones auf Android als OpenSource-Plattform und wir können unsere Apps frei wählen. Als derzeit einziger Anbieter mit OpenSource Energiemanagement bieten wir unseren Kunden genau diesen Vorteil bereits jetzt auch für Stromspeicher.

„Build Your Dreams“ steckt hinter der Abkürzung BYD – dessen „Innovation Partner“ FENECON ja ist. Können Sie uns mehr darüber die Zusammenarbeit zwischen FENECON und BYD erzählen? Inwiefern profitieren Sie von einander?

Als wir die Zusammenarbeit mit Speichersystemen vor 7 Jahren starteten, war BYD in der Batteriewelt zwar bereits eine große Nummer, in Deutschland aber noch weitgehend unbekannt. Mittlerweile ist BYD größter Hersteller von Elektroautos und Elektrobussen, sowie von Lithium-Batterien. Als Technologieführer stellt BYD hohe Anforderungen an seine Partner, die beispielsweise im gemeinsamen Elektroauto DENZA mit Daimler zum Tragen kommen. FENECON hat seit 2014 ebenfalls den „BYD Innovation-Partner“ Status inne und verantwortet das Geschäft für stationäre Speichersysteme von BYD in Mitteleuropa. Daneben bauen wir aktuell das Elektrotaxi- und Elektrobus-Geschäft für BYD in Deutschland auf.

In dieser Kooperation trifft Deggendorf auf Shenzhen und - im gleichen Zuge - verschiedene Kulturen aufeinander. Was macht diese Zusammenarbeit so inspirierend? Welche interkulturellen Erfahrungen macht man hierbei?  

Ich habe vor über 10 Jahren vorübergehend selber in China gelebt und da als Niederbayer in der chinesischen Provinz so manche interessante interkulturelle Erfahrung gemacht… Damals fühlte es sich bei den Produkten und dem Ziel der Energiewende tatsächlich noch nach einem deutschen Vorsprung an. Mittlerweile baut China jedes Jahr mehr PV-Leistung zu, wie insgesamt in Deutschland installiert ist. Es ist bereits der mit Abstand größte Elektrofahrzeugmarkt und Shenzhen mit seinen 12 Millionen Einwohnern gilt als weltweite „Technologie-Hauptstadt“. Innerhalb von nur 3 Jahren wurden beispielsweise die 15.000 Busse der Metropole komplett durch Elektrobusse ersetzt und die alten Dieselbusse einfach aussortiert. Das ist nicht nur ökologisch, sondern auch sehr wirtschaftlich. Im Angesicht der deutschen Diskussionen um Feinstaub und Klimaschutz und der zögerlichen Haltung hierzulande allerdings ein weiteres deutliches Zeichen, wie wir leider den Anschluss an China verpassen.

Das sind sehr interessante Einblicke, Herr Feilmeier. Vielen Dank. Wenden wir uns vielleicht dem Stromspeicher-Thema etwas mehr zu. Für unsere Kunden häufig eine entscheidende Frage: Wie wartungsintensiv sind Stromspeicher? Mit welchen Folgekosten muss man bei dieser Investition rechnen? Und: welche neuen Einsatzszenarien bzw. energieeffiziente Kombinationen können Sie sich für die Zukunft vorstellen?

Moderne Stromspeichersysteme sind wartungsfrei. Entsprechend gering sind die Folgekosten. Man sollte jedoch davon ausgehen, dass – ähnlich wie bei PV-Wechselrichtern – in einem 20-jährigen Betriebszeitraum Reparaturen oder der Austausch von Batteriewechselrichtern vorzusehen sind. Wenn als weiteres Einsatzszenario der Stromspeicher bei negativen Strompreisen durch den Energieversorger geladen wird, liegt die hohe Einsatzbereitschaft und Lebensdauer auch im Interesse der Besitzer.

Worauf sollten Kunden beim Kauf achten? Gibt es Gefahren oder Hindernisse bei der Nutzung bzw. Installation, die man unbedingt beachten muss?

Häufig sehen wir, dass Kunden erst nach dem Kauf und durch die Erfahrung in der Nutzung feststellen, dass die Wechselrichterleistung des Speichers oder der verfügbare Umfang der Anwendungen nicht ihren Bedürfnissen oder Wünschen entspricht. So ist die Enttäuschung groß, wenn eine Batterie bei Stromausfall auch den Betrieb einstellt und man trotz getätigter Investition im Dunklen sitzt oder wenn die Leistung, die der Speicher ausgeben kann, nicht ausreichend groß ist und man auch bei geladener Batterie noch Strom aus dem Netz bezieht, sobald mal 2 Herdplatten gleichzeitig laufen. Wir empfehlen daher, auf eine ausreichende Entladeleistung des Speichers zu achten und hier auch die Ladeleistung eines eventuell später geplanten Elektroautos einzubeziehen. Nicht-notstromfähige Systeme sind nur in Deutschland verkaufsfähig – jedoch auch hier mit sinkenden Marktanteilen.

Ganz wichtig ist auch die Strategie des Speicherherstellers für Energiemanagement und Energiemarkt-Integration: wenn das Speichersystem nur eigene Flatrates oder Communities unterstützt ist Vorsicht geboten – dann sollen die Einnahmen später darüber erzielt werden. Vorteilhaft sind offene Systeme als „Smartphone-Speicher“.

Können Sie uns zum Ende noch eine kurze „Erfolgsgeschichte“ Ihrer Kunden skizzieren? Was hat FENECON möglich gemacht?

Kundensituationen sind unterschiedlich und erfordern flexible Lösungen. Gleichzeitig ist es das Ziel der Produktentwicklung, über standardisierte Produkte möglichst hohe Absatzmengen und damit günstige Preise erzielen zu können. Die Lösung liegt also in der Software, die – wiederum wie beim Smartphone – aus einer standardisierte Hardware und flexiblen Anwendungen (Apps) liegt. Herr M. aus Dingolfing betreibt z. B. seinen FENECON Pro 9-12 Stromspeicher mit einer 8,4 kWp PV-Anlage. Mit der FEMS-App Ladestation belädt er seinen BMW i3 ausschließlich aus Überschüssen vom eigenen Dach. Ebenso wird seine Wärmepumpe mit der entsprechenden App intelligent eingebunden. So nutzt Herr M. seinen eigenproduzierten Strom weitgehend selbst. Im Weiteren will er eine Lösung implementieren, mit der der Speicher Netzstabilisierung (Primärregelleistung) jährlich Geld verdient, das über ein Freistromkontingent ausgezahlt wird. Da ist er in der Auswahl des Partners frei und wird sich für das attraktivste entscheiden. Und sobald flexible Stromtarife einen günstigen Bezug aus dem Netz – oder sogar negative Strompreise – ermöglichen, kann er mit diesem Speicher auch daran einfach teilnehmen.

Herr Feilmeier Haben Sie vielen Dank für das sehr interessante Gespräch. 

Nachtrag: Nach unserem Gespräch hat uns Herr Feilmeier noch ein Referenz-Beispiel des Energie-Pioniers Andreas Haehnel zukommen lassen. Herr Haehnel hat es zusammen mit FENECON geschafft sein Haus zu 90 % energieautark zu gestalten. Mehr über dieses Energieprojekt können Sie hier nachlesen.

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