Vom Benziner zum Elektroauto - was Sie beim Umstieg erwartet

Umstieg vom Benziner auf Elektroauto

Vom Benziner zum Elektroauto - © Stockwerk-Fotodesign - fotolia.com


Wie der Umstieg vom Benziner auf Elektroauto klappt

Autos mit Verbrennungsmotor sind Auslaufmodelle, auch ohne ein gesetzliches Verbot in Deutschland. PKW mit Elektroantrieb und Hybride sind eine Alternative mit größerer Zukunftssicherheit. Doch was erwartet Sie beim Umstieg auf einen Stromer?

Ein neues Fahrgefühl

Beim Umstieg auf ein Elektroauto macht sich ein verändertes Fahrverhalten bemerkbar, das auf unterschiedliche Eigenschaften von Elektro- und Verbrennungsmotoren zurückzuführen ist. Wenn Sie ein Elektroauto kaufen, sollten Sie auf vergleichbare Unterschiede gefasst sein wie beim Wechsel zwischen Handschaltung und Automatik. Ein Elektromotor liefert zum Beispiel direkt aus dem Stand sein volles Drehmoment. Das erlaubt nicht nur eine im Vergleich zur Motorleistung stärkere Beschleunigung. Der Stromer benötigt auch kein Schaltgetriebe und ähnelt daher eher einem Automatik-Auto. Aber auch hier wartet noch eine kleine Überraschung auf Sie. Während die Automatik in den Fahrstufen sofort losfährt, sobald Sie die Bremse lösen, bleibt das Elektrofahrzeug so lange stehen, bis Sie auf das Gaspedal treten. Das ist auf die Rekuperationsbremse zurückzuführen.

Rekuperation bringt verbrauchten Strom sofort zurück

Wenn Sie bei einem Verbrenner-Fahrzeug über den Punkt hinaus Gas wegnehmen, an dem das Fahrzeug seine Geschwindigkeit hält, erzeugt der Motor eine Bremswirkung. Beim Umstieg auf ein Elektroauto wird dieser Effekt noch dadurch verstärkt, dass der Motor in den Generatorbetrieb umschaltet und die Fahrzeugbatterie wieder auflädt. Wenn Sie ein Elektroauto kaufen, können Sie bei einer vorausschauenden Fahrweise aufgrund dieser Rekuperation durch die Stadt fahren, ohne das Bremspedal zu benutzen - außer beim Anhalten an einer Steigung. Das spart nicht nur Energie und vergrößert die Reichweite, sondern reduziert auch die Wartungskosten der Bremsanlage nach dem Umstieg auf ein Elektroauto und vermeidet den durch Abrieb der Bremsbeläge verursachten Feinstaub. Die optimale Nutzung der Rekuperationsbremse erfordert aber eine Umgewöhnung, wenn Sie ein Elektroauto kaufen.

Reicht die Reichweite?

Eines der meistgenannten Argumente gegen Elektromobilität ist die vergleichsweise geringe Reichweite. Dies ist aber eher ein Scheinproblem. Bereits mit dem serienmäßigen, rein elektrisch angetriebenen Tesla Roatstar von 2008 konnten Sie mit einer Ladung die Stadt Berlin mit ihren gut 30 Kilometern Durchmesser mehr als zehnmal komplett durchqueren. In den Kofferraum des Zweisitzers passte allerdings kaum mehr als eine Aktentasche und das Ladekabel. Seither ist ein Jahrzehnt vergangen, in dem sich bei der Akkutechnik viel getan hat. Die Statistik lässt ebenfalls keine mangelnde Reichweite erkennen. Die durchschnittlich bei einer Fahrt zurückgelegte Strecke liegt bei rund 16 Kilometern. Dabei ist zwar zu berücksichtigen, dass die zu überwindenden Entfernungen in ländlichen Gegenden typischerweise größer sind als in der Stadt. Aber auch auf dem Land werden Sie zumindest dann kaum an Grenzen stoßen, wenn Sie Ihren Stromer zwischen Hin- und Rückfahrt aufladen können. Im Notfall können Sie auch auf mobile Ladestationen zurückgreifen, welche die Flexibilität steigern. Falls Sie einen Umstieg auf ein Elektroauto in Erwägung ziehen, können Sie zudem die Verfügbarkeit geeigneter Lademöglichkeiten schon im Vorfeld prüfen.

Langstreckenfahrten als Hemmnis beim Elektroauto kaufen

Auch wenn die Reichweite beim einem Elektrofahrzeug im Alltag für Sie kein Problem darstellt, werden Sie wahrscheinlich überlegen, wie Sie Langstreckenfahrten realisieren können. Häufige und zeitintensive Tankstopps wären hier ein echtes Hindernis für den Umstieg auf ein Elektroauto. Es gibt zwar bereits Elektrofahrzeuge mit einer Reichweite bis 400 km, aber das ist noch nicht die Regel. Eine Alternative sind Plug-In-Hybride. Bei diesen Fahrzeugen entfallen aber wesentliche Vorteile der Elektromobilität. Mit ihrem doppelten Antrieb sind sie noch schwerer als vergleichbare reine Verbrenner und Elektrofahrzeuge, was den Energieverbrauch erhöht. Die beim Verbrenner nötige Kupplung erzeugt zudem Feinstaub bei der Benutzung durch den Abrieb der Beläge. Für seltene Langstreckenfahrten könnten Sie auch einen Mietwagen nutzen, der zudem größer und bequemer ist als das Auto, für das Sie täglich einen Parkplatz suchen müssen. Wenn Sie häufig mit der ganzen Familie unterwegs sind, haben Sie vielleicht einen Camper und das Problem stellt sich gar nicht. Es könnte sich auch anbieten, ein zusätzliches Langstreckenfahrzeug mit Freunden, Verwandten oder Nachbarn zu teilen.

Laden statt Tanken: ein wesentlicher Unterschied beim Umstieg auf ein Elektroauto

Die Umstellung vom Tanken auf das Laden ist einer der größten Unterschiede, wenn Sie ein mit einem Elektroauto unterwegs sind. Laden müssen Sie häufiger, es dauert auch länger, jedenfalls beim aktuellen Stand der Akkutechnik. Statt bei einem kurzen Zwischenstopp an einer Tankstelle während der Fahrt, verlegen Sie die Ladezeiten am besten in die planmäßigen Standzeiten,  beispielsweise in der Nacht oder zwischen Hin- und Rückfahrt. Der Umstieg auf ein Elektroauto wird ökonomisch wie ökologisch besonders günstig, wenn Sie selbst erzeugten Strom zum Aufladen nutzen. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach oder ein entsprechend ausgestatteter PV-Carport sind optimale Begleiter dafür.

Der Kostenfaktor beim Kauf eines Elektroautos

Ein wesentlicher Kostenfaktor beim Kauf eines Elektroautos sind die Akkumulatoren. Die Automobilindustrie und die Energieversorger haben Ansätze entwickelt, um dieses Hindernis beim Umstieg auf ein Elektroauto zu verkleinern. Fahrzeughersteller bieten beispielsweise Leasingmodelle an, mit denen Sie die Anschaffungskosten der Batterien über die Jahre verteilen können und auch das finanzielle Risiko eines Austauschs verbrauchter Energiespeicher minimieren. Von den Energieversorgern stammt die Idee, die Fahrzeugakkus mittels einer intelligenten Steuerung als Zwischenspeicher für das Stromnetz zu nutzen. Das Versorgungsunternehmen kann dann bei Bedarf Strom aus Ihrem Fahrzeugakku entnehmen und gibt Ihnen dafür eine Vergütung. Ob und und wann sich eine solche Lösung durchsetzt, ist derzeit noch fraglich. Nicht zuletzt aufgrund des Verschleißes der teuren Fahrzeugbatterien. Darüber hinaus brauchen Zwischenspeicher für das Stromnetz nicht mobil sein und stationäre Energiespeicher gibt es in günstigeren Ausführungen.

Angenehmer Fahren ohne Abgase und mit weniger Lärm

Wenn Sie derzeit mit Elektroauto im sommerlichen Stau stehen, werden wohl auch Sie sich wünschen, dass alle anderen Autofahrer den Umstieg auf ein Elektroauto vollziehen. Bei geöffnetem Fenster sind die beim Elektrofahrzeug fehlenden Abgasemissionen deutlich zu spüren. Dasselbe gilt für Geräuschemissionen, aufgrund deren bereits ein skuriler Trend zu beobachten war: Elektrofahrzeuge, welche mit Außenlautsprechern ausgestattet wurden, die einen Verbrennersound imitieren. Es wurden auch Forderungen laut, Schallerzeuger vorzuschreiben, damit die Autos von Fußgängern nicht überhört werden. Wesentlich sinnvoller wäre es, die vorhandene Sensor- und Steuerungstechnik zu nutzen, um bei drohenden Kollisionen gezielte Schallsignale abzugeben, die sowohl den Fahrer, als auch die betroffenen Verkehrsteilnehmer warnen.

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