1.000 kW über einen einzigen CCS-Stecker: alpitronic setzt neue Maßstäbe
Das HYC1000-System: Leistung aus dem zentralen Power Cabinet
Das HYC1000 ist ein modulares, dezentrales Ladesystem von alpitronic, das vergangenes Jahr auf den Markt kam. Die Leistungselektronik sitzt nicht in der Ladesäule selbst, sondern in einem separaten Power Cabinet – einem zentralen Schrank, der bis zu 1.000 kW Gesamtleistung bereitstellt und diese dynamisch auf bis zu acht Ladepunkte verteilt, mit einer Granularität von 62,5 kW pro Schritt.
Bisher standen zwei Dispenser-Varianten zur Wahl: ein EV Dispenser mit bis zu zwei CCS-Anschlüssen und jeweils bis zu 600 A (480 kW) und ein MCS Dispenser mit 1.500 A (bis zu 1 MW). Der MCS-Stecker (Megawatt Charging System) ist ein Hochleistungsstandard, der primär für Elektro-Lkw entwickelt wurde und in der Pkw-Welt bislang keine Rolle spielt. Die volle Megawatt-Leistung an einem einzelnen Ladepunkt war damit für Pkw-Fahrer bislang nicht erreichbar. Der neue High Performance Dispenser ändert das.
Der alpitronic HYC1000 im Überblick
Das HYC1000-System vereint bis zu einem Megawatt Ladeleistung in einem modularen, dezentralen Konzept – skalierbar für Charging Hubs jeder Größe. Ob EV Dispenser, MCS Dispenser oder HP Dispenser: alpitronic bietet für jeden Anwendungsfall die passende Konfiguration.
Der neue HP Dispenser: 1.000 kW über CCS
Mit dem HP Dispenser ergänzt alpitronic das HYC1000-Portfolio um eine neue Dispenser-Variante: Ein einzelner, flüssigkeitsgekühlter CCS-Anschluss liefert Ströme von bis zu 1.000 A (800 A dauerhaft) und Ladeleistungen von bis zu 1.000 kW.
Der HP Dispenser belegt zwei der acht DC-Ausgänge des Power Cabinets. An einem Power Cabinet können damit bis zu vier HP Dispenser betrieben werden. Die Gesamtleistung des Systems bleibt bei einem Megawatt und wird dynamisch zwischen den aktiven Ladepunkten aufgeteilt.
Auch gemischte Konfigurationen sind möglich: alpitronic nennt als Beispiel eine Kombination aus drei EV Dispensern (je zwei CCS, je bis zu 600 kW) und einem HP Dispenser. So entstehen an einem Power Cabinet sieben Ladepunkte, darunter ein CCS-Ladepunkt mit bis zu 1.000 kW.
Erprobt unter Extrembedingungen: die Vorgeschichte aus Nardò
Die technische Grundlage für den HP Dispenser legte alpitronic bereits 2025 auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Nardò, Italien. Bei einer Rekordfahrt zweier Mercedes Concept AMG GT XX setzte alpitronic einen Prototyp-Dispenser ein – entwickelt auf Basis eines MCS-Dispensers, dessen MCS-Kabel durch ein CCS-Kabel mit verbesserter Flüssigkeitskühlung ersetzt wurde.
Bei mehreren Ladestopps wurden die Fahrzeuge mit durchschnittlich rund 850 kW versorgt. In einem anschließenden Einzeltest erreichte der Prototyp laut alpitronic eine Spitzenladeleistung von 1.041 kW bei 1.176 A. Die Erfahrungen aus diesem Extremtest flossen laut alpitronic unmittelbar in die Entwicklung des Seriengeräts ein.
Was das für Betreiber von Schnellladeinfrastruktur bedeutet
Der HP Dispenser ist ausdrücklich für Elektro-Pkw mit besonders hoher Ladeleistung entwickelt worden. Fahrzeuge, die in der Spitze mehr als 400 kW abrufen können, sind heute noch in der Minderheit – ihre Zahl wächst jedoch. Betreiber, die heute in ein HYC1000-System investieren, können diesen Ladepunkt als Zukunftssicherung positionieren.
Für Betreiber bestehender HYC1000-Installationen bietet das modulare Konzept einen weiteren Vorteil: Das Power Cabinet bleibt unverändert – lediglich der Dispenser wird ergänzt oder ausgetauscht.
Fazit – was bedeutet das für Betreiber?
Der HP Dispenser ist eine konsequente Erweiterung des HYC1000-Systems. Er bringt Megawatt-Ladeleistung über CCS in die Serienreife – eine Stufe, die bislang nur über MCS erreichbar war. Für Betreiber, die Charging Hubs für leistungsstarke Elektro-Pkw planen, schließt das eine relevante Lücke. Das modulare Konzept des HYC1000 ermöglicht dabei flexible Konfigurationen ohne Austausch der zentralen Komponente.
HYC1000 für Ihren Ladestandort
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Sebastian Metzler Team Lead - Product & Supply Chain
