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Günstiger laden mit dynamischem Stromtarif – so funktioniert es

Wer ein Elektroauto zu Hause lädt, zahlt jede Viertelstunde Tag einen anderen Preis für seinen Strom – zumindest dann, wenn er einen dynamischen Stromtarif nutzt. Der Börsenstrompreis schwankt viertelstündlich, und wer seinen Ladevorgang in die günstigen Stunden verschiebt, kann im Jahr deutlich sparen. Was hinter dem Konzept steckt, was man dafür braucht und wie die Steuerung in der Praxis funktioniert, erklärt dieser Artikel.

Was ist ein dynamischer Stromtarif?

Bei einem klassischen Stromtarif zahlen Verbraucher einen festen Arbeitspreis pro Kilowattstunde – unabhängig davon, wann der Strom verbraucht wird. Beim dynamischen Stromtarif ist das anders: Hier richtet sich der variable Teil des Arbeitspreises direkt nach dem aktuellen Börsenstrompreis der europäischen Strombörse EPEX Spot. Seit Oktober 2025 wird dieser Preis sogar im Viertelstundentakt ermittelt – die Preise des Folgetages sind bereits ab etwa 14 Uhr in der App des jeweiligen Anbieters einsehbar.

Der Endpreis für den Verbraucher setzt sich dabei aus zwei Teilen zusammen: einem fixen Anteil – bestehend aus Netzentgelten, Steuern und Umlagen – und dem schwankenden Börsenstrompreis. Der fixe Anteil macht rund 16 Cent pro Kilowattstunde (netto) aus, wie Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft zeigen. Hinzu kommt gegebenenfalls eine Anbietergebühr des Anbieters von typischerweise 1 bis 2,5 Cent pro Kilowattstunde.

Seit Anfang 2025 ist jeder Energieversorger gesetzlich verpflichtet, einen dynamischen Tarif anzubieten (§ 41a EnWG). Voraussetzung für die Nutzung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) welches die verbrauchte Energie je 15min ermittelt und an den Energieversorger weitergibt. Manche Stromanbieter – beispielsweise Tibber – bieten mit dem Tibber Pulse auch eigene Möglichkeiten, auf die Verbrauchsdaten zuzugreifen. 

Wie stark schwankt der Preis und was bedeutet das fürs Laden?

Der Börsenstrompreis kann im Tagesverlauf erheblich variieren. Günstige Phasen entstehen vor allem dann, wenn viel Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz eingespeist wird – etwa mittags bei starker Sonneneinstrahlung oder nachts bei hoher Windleistung. Zu diesen Zeiten kann der Gesamtpreis in den günstigsten Stunden unter 15 Cent brutto je Kilowattstunde liegen, während selbst günstige Festpreistarife für Neukunden aktuell bei rund 24 bis 26 Cent je Kilowattstunde liegen.

Wer seinen Ladevorgang konsequent in die Billigzeiten legt, kann spürbar sparen: Eine Studie des Beratungsunternehmens Neon im Auftrag von Naturstrom hat errechnet, dass ein E-Auto-Haushalt mit dynamischem Tarif rund 164 Euro im Jahr allein beim Laden einsparen kann – gegenüber einem Festpreistarif mit 33,9 Cent pro Kilowattstunde. Das entspricht einer um rund 31 Prozent niedrigeren Stromrechnung für das Fahrzeug.

Im Jahr 2025 gab es laut einer Auswertung des Anbieters Naturstrom insgesamt 573 Stunden mit negativen Börsenstrompreisen. In diesen Zeiten zahlt der Großhandel gewissermaßen fürs Abnehmen von Strom. Aufgrund der fixen Bestandteile wie Steuern und Umlagen bleibt der Endpreis für Verbraucher in solchen Stunden selten wirklich negativ – er kann dann aber sehr niedrig ausfallen.

Wie funktioniert die Steuerung in der Praxis?

Damit das günstige Laden automatisch funktioniert, muss die Wallbox oder das Fahrzeug wissen, wie voll die Batterie aktuell ist und wann der Wagen das nächste Mal gebraucht wird. Der Ladestand des Fahrzeugs kann dabei nur vom Auto selbst übermittelt werden – über eine entsprechende Fahrzeugschnittstelle.

Die Steuerung des Ladevorgangs ist auf drei Wegen möglich:

Manuell per App: Der Nutzer prüft selbst die Preiskurve für den Folgetag und startet oder plant den Ladevorgang entsprechend – zum Beispiel mit einer Vorgabe wie „Laden bis 80 % bis 7 Uhr morgens“.

Automatisch über die Wallbox: Viele moderne Wallboxen unterstützen eine automatische Preisoptimierung. Über eine App lassen sich Zielvorgaben wie Mindest-Ladestand, maximale Ladezeit und Abfahrtzeit festlegen. Das System wählt dann selbstständig die günstigsten Ladefenster aus.

Über ein Energie-Management-System (EMS): Ein EMS koordiniert nicht nur das Laden des Autos, sondern stimmt es mit anderen steuerbaren Geräten im Haushalt ab – etwa der Wärmepumpe, Waschmaschine oder einem Heimspeicher. Fortgeschrittene Systeme nutzen dabei auch Wetterdaten und lernende Algorithmen, um den Gesamtenergieverbrauch zu optimieren.

Was brauche ich für dynamisches Laden?

Neben dem dynamischen Stromtarif und dem Smart Meter sind für das automatisierte Laden drei weitere Voraussetzungen wichtig: eine kompatible Wallbox mit Steuerungsschnittstelle, ein Fahrzeug mit Datenübertragung (für die automatische Erkennung des Ladestands) sowie – je nach gewünschtem Automatisierungsgrad – ein passendes EMS.

Fazit – Was bedeutet das für E-Auto-Fahrer?

Dynamische Stromtarife bieten E-Auto-Fahrern eine echte Möglichkeit, die laufenden Ladekosten spürbar zu senken – vorausgesetzt, die technische Grundausstattung stimmt und der Ladevorgang lässt sich zeitlich verschieben.

Der Einstieg gelingt am einfachsten mit einer steuerbaren Wallbox in Kombination mit einem dynamischen Tarif. Wer zusätzlich noch andere Geräte wie Wärmepumpe oder Batteriespeicher optimieren möchte, profitiert zusätzlich von einem EMS.

Laden zum Bestpreis – wir beraten Sie

Nicht jede Wallbox unterstützt automatisches preisoptimiertes Laden. Unsere Experten helfen Ihnen, die richtige Lösung für Ihr Setup zu finden – ob mit oder ohne EMS, ob Mieter oder Eigentümer.

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