alpitronic HYC1000: Kompakter Dispenser bringt mehr Ladepunkte ins Depot
Das steckt hinter dem HYC1000-System
Das Kernprinzip des HYC1000 unterscheidet sich von klassischen Ladesäulen: Die komplette Leistungstechnik steckt in einem eigenen Schrank, dem Power Cabinet, statt einzeln in jeder Säule verbaut zu sein. Insgesamt liefert das Cabinet bis zu ein Megawatt, verteilt auf acht Power Stacks à 125 kW; jeder angeschlossene Dispenser bekommt davon in Schritten von 62,5 kW seinen Anteil, auf bis zu acht Ausgänge gleichzeitig. Beim Wirkungsgrad ist alpitronic inzwischen bei bis zu 98,2 % angekommen.
Schon vor dem Depot Dispenser gab es drei Dispenser-Typen. Der MCS Dispenser deckt mit seinem MCS-Stecker bis zu 1.500 A (max. 1.000 kW) ab und lässt sich um einen CCS-Stecker mit 600 A (bis zu 600 kW) erweitern. Der HP Dispenser bringt über einen einzelnen CCS-Stecker mehr als 1.000 A (bis zu 1.000 kW). Und der EV Dispenser verfügt über bis zu zwei CCS-Stecker mit maximal 600 A und bis zu 600 kW.
Ergänzt wird das Portfolio nun durch den Depot Dispenser, der speziell für das Laden von E-Bus- und E-Lkw-Flotten auf Betriebshöfen designt wurde und daher besonders flexibel einsetzbar ist.
Viele Ladepunkte auf wenig Fläche
Die bisherigen Dispenser stehen als 2,32 Meter hohe Säule mit bis zu 350 Kilogramm Gewicht im Weg, sobald es auf dem Betriebshof eng wird, und geraten beim Rangieren von Bus oder Lkw leicht in die Fahrlinie. Der Depot Dispenser dagegen kommt wesentlich schlanker daher: 60 x 40 x 25 Zentimeter groß und je nach Ausstattung höchstens 35 Kilogramm schwer, das Ladekabel nicht mitgerechnet.
Wo eine Standsäule keinen Platz findet oder im Rangierbereich zum Risiko werden würde, lässt er sich trotzdem unterbringen: Unter der Hallendecke, an einer Traverse, auf einem Sockel oder direkt an der Wand. Auf einer Stele montiert wirkt der Depot Dispenser dabei deutlich schlanker als eine klassische Ladesäule, obwohl der grundsätzliche Aufbau ähnlich ist. Dazu passend gibt es das Ladekabel aktuell in drei Längen: 2,0, 5,5 und 7,5 Meter; noch längere Kabel sollen folgen. Vor allem für die Montage über Kopf, bei der das Kabel von oben bis zum Fahrzeug reichen muss, eignen sich entsprechend längere Varianten. Ein einzelnes Power Cabinet versorgt dabei bis zu acht dieser Dispenser gleichzeitig.
Leistung, die zum Fuhrpark passt
Über den einzigen CCS-Stecker fließt beim typischen alpitronic Kabel ohne Flüssigkühlung Gleichstrom mit maximal 400 A. Die vollen 400 kW kommen aber erst zusammen, wenn ein Fahrzeug mit einer Batteriespannung nahe der oberen Grenze von 1.000 V lädt (der nutzbare Bereich reicht von 150 bis 1.000 V). Bei der Stromstärke reiht sich der Depot Dispenser damit auf Augenhöhe mit der ungekühlten Kabelvariante des EV Dispensers ein, die ebenfalls bei 400 A endet. Der Kompromiss dahinter: Ohne aktive Kühlung des Ladekabels bleibt bei 400 A eben Schluss, mehr Strom würde ein gekühltes Kabel voraussetzen, wie es die leistungsstärkeren Dispenser-Typen im Portfolio mitbringen.
Dass hier nicht die maximale Leistung im Vordergrund steht, ist kein Zufall: Sinngemäß betont Philipp Senoner, CEO von alpitronic, dass es beim Laden im Depot weniger um die höchstmögliche Leistung an jedem einzelnen Punkt geht als darum, Fahrzeuge passend zu ihren tatsächlichen Einsatz- und Standzeiten zu laden. Diese Flexibilität übernimmt technisch das Power Cabinet, das die vorhandene Leistung je nach Bedarf auf die einzelnen Dispenser aufteilt. Betreiber orientieren sich bei der Ladeinfrastruktur zunächst am vorhandenen Fuhrpark und können bei wachsender Flotte nach Bedarf erweitern.
Robust für den Alltag im Depot
Ein Touchscreen wie bei den größeren HYC1000-Stationen fehlt beim Depot Dispenser bewusst, eine einfache Status-LED genügt, um den Ladevorgang anzuzeigen. Auch im Ruhezustand verbraucht er wenig: Unter 25 Watt, während die größeren Dispenser-Typen bis zu 82 Watt benötigen. Schutzklasse IP55 und ein zulässiger Temperaturbereich von minus 30 bis plus 55 Grad Celsius machen das Gehäuse tauglich für drinnen wie draußen.
Authentifizierung, die auch für Gäste offensteht
Zur Authentifizierung dient serienmäßig RFID, ergänzend lassen sich ein Kartenleser für Kredit- und EC-Karten sowie ein QR-Code-Scanner integrieren. So können Betreiber ihre Ladepunkte auch für Gastfahrzeuge öffnen, etwa im Zuge von Depot-Sharing-Konzepten, bei denen sich Freischaltung und Abrechnung zentral über ein Backend regeln lassen.
Ist ein Kartenleser verbaut, steht dem Einsatz an öffentlich zugänglichen Ladepunkten nichts im Weg: Genau diese Zahlungsart schreibt die europäische Verordnung AFIR dort ab 50 kW ohnehin vor. Wer zusätzlich eichrechtskonform abrechnen möchte, kann einen passenden DC-Zähler dazubestellen.
Fazit – was bedeutet das für Speditionen und Busunternehmen?
Mit dem Depot Dispenser schließt alpitronic die Lücke für Betriebshöfe, die viele Ladepunkte auf wenig Fläche brauchen: Kompaktes Gehäuse, flexible Montage und eine über das Power Cabinet geteilte Leistung machen die Lösung für Bus- und Lkw-Depots praktikabel. Die optionalen Karten- und QR-Code-Leser eröffnen zudem die Möglichkeit, denselben Ladepunkt später für Gastfahrzeuge oder öffentliches Laden zu öffnen. Der Marktstart ist zunächst für Europa vorgesehen, weitere Märkte sollen folgen. Vorgestellt wird die Lösung erstmals auf der IAA Transportation und ist ab dann zeitnah bestellbar.
HYC1000 für Ihren Betriebshof
Sie elektrifizieren Ihre Bus- oder Lkw-Flotte und suchen die passende Ladelösung fürs Depot? Ob Depot Dispenser oder eine andere HYC1000-Konfiguration: Unsere Experten schauen sich mit Ihnen gemeinsam an, was für Ihren Betriebshof am besten passt.
Vorgestellte Produkte
Sebastian Metzler Team Lead - Product & Supply Chain
